“Im Dickicht der Städte”: Brecht-Premiere in Mödling
Im Stadttheater Mödling feierte das frühe Brecht-Stück “Im Dickicht der Städte” am 14. Feburar Premiere. Regisseur Bruno Max bringt ein düsteres Drama über Macht, Moral und Beziehung auf die Bühne – angesiedelt im Chicago der 1920er-Jahre. Wir haben uns das angesehen.
Brecht-Premiere: Kampf ohne Moral im Chicago der Träume
Mit Im Dickicht der Städte entführt das Stadttheater Mödling sein Publikum in eine Welt aus Großstadtfantasien, Rivalität und innerer Zerrissenheit. Wie aus dem Nichts entfacht Bertolt Brecht einen erbitterten Konflikt zwischen zwei Männern, dessen Ursprung lange im Dunkeln bleibt. George Garga, ein junger Mann aus einfachen Verhältnissen, trifft auf den geheimnisvollen Geschäftsmann Schlink. Was als scheinbar belangloser Schlagabtausch beginnt, entwickelt sich zu einem psychologischen Kräftemessen, in dem Moral und Anstand zunehmend verblassen. Regisseur Bruno Max setzt dabei auf eine intensive, zeitlose Inszenierung, die das Publikum mitten ins Geschehen zieht.
“Im Dickicht der Städte” zeigt starke Frauenfiguren im Strudel der Gewalt
Besonders eindringlich zeichnet die Brecht-Premiere die Figur der Marie. Zwischen Loyalität zu ihrem Bruder und ihrer Liebe zu dessen Gegner wird sie zum emotionalen Zentrum des Stücks. Während die Männer ihren Kampf fast selbstzweckhaft austragen, tragen die Frauen die Konsequenzen. Brecht gewährt kaum jemandem ein glückliches Ende – stattdessen werden seine Figuren im Sog aus Macht, Eitelkeit und verletztem Stolz aufgerieben. Am Ende steht die Frage, ob es wirklich um Sieg oder Niederlage geht – oder nicht vielmehr um den Wunsch, gesehen und geliebt zu werden.
Das Stück läuft noch bis 26. Feburar 2026 im Stadttheater. Mehr Infos gibt es im blauen Link unterhalb.

