Arbeitsrecht und Gastronomie: Viele AKNÖ Fälle
Mehr als 132.000 Beratungen und Millionen an Nachzahlungen: Die Arbeiterkammer Niederösterreich blickt auf ein arbeitsintensives Jahr 2025 in Sachen Arbeits- und Sozialrecht zurück. Besonders auffällig waren dabei Fälle aus der Gastronomie.
AKNÖ Arbeitsrecht und Gastronomie forderten starke Beratung
Diese Bilanz bedeutet: mehr als jeder vierte Beschäftigte in Niederösterreich hat(te) Probleme am Arbeitsplatz. Insgesamt konnten 142,7 Millionen Euro für Betroffene zurückgeholt werden. Überproportional viele Fälle kamen auffälligerweise aus der Gastronomie. Vorrangig ging es dort um vorenthaltene Ansprüche, unkorrekte Dienstverhältnisse oder Differenzen bei Arbeitszeiten und Entlohnung. Gleichzeitig betont die AKNÖ aber, dass es auch zahlreiche Gastrobetriebe mit fairen, ja sogar vorbildlichen Arbeitsbedingungen gibt – man wolle “keinesfalls eine ganze Branche kritisieren” so Kammerpräsident Wieser.
Konsequenzen bei Missständen und neue Transparenzregeln
Wie gravierend Konflikte im Arbeitsrecht und Gastronomie sein können, zeigt ein Beispiel aus dem Wiener Umfeld: Zwei Mitarbeiterinnen erhielten ihren Lohn nur sporadisch, sprachen ihren Arbeitgeber darauf an und wurden daraufhin gekündigt. Zusätzlich verloren sie ihre an das Dienstverhältnis gebundene Wohnung. Die AKNÖ setzte Nachzahlungen von insgesamt rund 10.000 Euro durch. Seit Kurzem sorgt eine Neuerung für mehr Transparenz: Bei der Anmeldung zur Sozialversicherung müssen nun auch die vereinbarten wöchentlichen Normalarbeitsstunden gemeldet werden. Das wird solche Fälle zwar nicht automatisch verhindern, ist aber ein Schritt in die richtige Richtung.

