🏥 Arzt-Selbstbehalt: Mehr zahlen – aber wofür? MEINE MEINUNG
Selbstbehalt beim Arzt: fair oder soziale Ungerechtigkeit?
Ein geplanter 10-prozentiger Selbstbehalt auf Arztleistungen erhitzt die Gemüter in ganz Österreich. Wer soll für die Löcher im Gesundheitssystem aufkommen – die BürgerInnen oder die Politik? Diese Frage hat die ARGE Meinungsvielfalt in Kooperation mit donau_Kanal TV auf die Straße getragen.
„Immer trifft es dieselben” – Kranke und Einkommensschwache zahlen beim Selbstbehalt am meisten drauf
Die Botschaft der Befragten ist eindeutig: Ein Arzt-Selbstbehalt belastet jene am stärksten, die es sich am wenigsten leisten können. Wer krank ist, wer eine kleine Pension hat, wer ohnehin schon jeden Euro umdreht, soll jetzt noch tiefer in die Tasche greifen. Gleichzeitig sehen viele, wie öffentliche Mittel ihrer Meinung nach sinnlos verschwendet werden. Das Gefühl der Ungerechtigkeit zieht sich durch alle Generationen: Die Politik wirtschaftet schlecht und gibt die Konsequenzen an jene weiter, die sich am wenigsten wehren können.
Erst Leistung verbessern, dann über Arzt-Selbstbehalt reden – Kassenstellen fehlen, Mangel wächst
Ein Selbstbehalt wäre für manche allenfalls diskutierbar – aber nur, wenn dafür spürbar mehr geboten wird. Doch die Realität sieht anders aus: Kassenstellen fehlen, bei Frauenärztinnen und Kinderärzten herrscht massiver Mangel. Selbst BeamtInnen, die über die BVA bereits Selbstbehalte leisten, fühlen sich schlecht versorgt. Die Forderung der BürgerInnen ist klar: Erst muss die Qualität des Gesundheitssystems stimmen – dann kann man über Mehrkosten sprechen.

