NÖ Landesausstellung: NS-Verbrechen in der Psychiatrie Mauer
„Wenn die Welt Kopf steht – Mensch. Psyche. Gesundheit.”: Die NÖ Landesausstellung im Landesklinikum Amstetten-Mauer beleuchtet mit diesem Motto ein dunkles Kapitel der Psychiatriegeschichte – die NS-Medizinverbrechen – und fragt, welche ethischen Lehren wir daraus ziehen müssen.
Vom Vergessen zum Gedenken: NÖ Landesausstellung zu NS-Medizinverbrechen
Im Rahmen der Ausstellung wurde im Haus 18 ein Lernort zur Geschichte der NS-Medizinverbrechen geschaffen, der auch über die Dauer der Ausstellung hinaus zugänglich bleibt. PatientInnen wurden damals deportiert und vergast – doch auch nach dem offiziellen Stopp dieser Aktionen starben Menschen durch Vernachlässigung, Unterernährung oder Medikamentenüberdosierung. Durch penible Aufzeichnungen konnten in jahrzehntelanger Aufarbeitung 2.848 namentlich bekannte Opfer – Frauen, Männer und Kinder – identifiziert werden. Angehörige können in einer Datenbank nach misshandelten PatientInnen suchen und so einen Ort des persönlichen Gedenkens finden.
Ethische Fragen damals und heute: Was die NS-Psychiatrie uns noch lehrt
Der Lernort will nicht nur erinnern, sondern auch grundlegende ethische Fragen aufwerfen, die bis in die Gegenwart reichen: Wer gilt als „lebenswert”? Wer definiert, welche Existenz schützenswert ist? Diese Fragen, die im Nationalsozialismus mörderische Antworten fanden, stellen sich heute neu – im Kontext von medizinischem Fortschritt und einer zunehmenden Ökonomisierung des Gesundheitswesens. Die Landesausstellung blendet die NS-Medizinverbrechen am Standort bewusst nicht aus und schafft damit die Basis für eine engagierte Erinnerungskultur. Das Ziel: Ideologische Interessen dürfen nie wieder über Menschenleben entscheiden. Die Ausstellung ist noch bis 8.11.2026 geöffnet.
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