Wirtschaftsbund NÖ fordert “Vollzeitbonus”
Zum Start des Nationalratswahlkampfs 2024 tritt der Wirtschaftsbund Niederösterreich mit einer klaren Botschaft an: Arbeit müsse sich wieder lohnen. Direktor Harald Servus will im neuen Nationalrat als starke Stimme für die blau-gelbe Wirtschaft auftreten. Ein zentrales Anliegen ist die Bekämpfung des Arbeitskräftemangels, der nach wie vor die heimische Wirtschaft bedroht. Servus betont, dass es notwendig sei, Vollzeitarbeit steuerlich attraktiver zu machen, den Ausbau der Kinderbetreuung voranzutreiben, qualifizierte Zuwanderung gezielt zu nutzen und alle Potenziale auf dem Arbeitsmarkt auszuschöpfen.
Wirtschaftsbund NÖ: Ungleichgewicht auf dem Arbeitsmarkt beheben
Aktuell meldet das Arbeitsmarktservice (AMS) etwa 15.600 offene Stellen in Niederösterreich. Der Wirtschaftsbund jedoch gibt an, dass rund 27.200 Stellen unbesetzt seien, da viele freie Stellen nicht beim AMS gemeldet würden und ein hoher Anteil der Beschäftigten in Teilzeit arbeite. Allein im ersten Quartal 2024 waren mehr als 50 % der Frauen in Teilzeit beschäftigt, was hauptsächlich auf Betreuungspflichten zurückzuführen sei. Der Bund fordert daher eine stärkere Fokussierung auf den Ausbau der Kinderbetreuungsmöglichkeiten.
Zu viel Teilzeit: Bonus für mehr Arbeitszeit gefordert
Ein weiteres Problem sieht der Wirtschaftsbund darin, dass der Einkommenszuwachs bei einer Erhöhung der Arbeitszeit von Teilzeit auf Vollzeit nur gering ist. Wer seine Arbeitszeit von 20 auf 40 Stunden erhöht, verdient lediglich um 8 % mehr. Dieser Wert sei einer der niedrigsten in der gesamten EU. Daher fordert der NÖ Wirtschaftsbund, Vollzeitarbeit steuerlich zu begünstigen oder einen Vollzeitbonus einzuführen. Auch die Steuerbefreiung von Überstunden ist Teil des Forderungskatalogs.
Arbeitszeitverkürzung “Schlag ins Gesicht”
Präsident Wolfgang Ecker, selbst Unternehmer, lehnt die Vorschläge der politischen Mitbewerber entschieden ab. Insbesondere eine Arbeitszeitverkürzung, wie sie von anderen Parteien vorgeschlagen wird, stößt bei ihm auf Unverständnis. Ecker bezeichnet diesen Vorschlag als „Schlag ins Gesicht“ der Unternehmer und betont, dass eine solche Maßnahme für die Wirtschaft untragbar sei. Der Bund fordert stattdessen eine lösungsorientierte Wirtschaftspolitik, die die heimischen Betriebe unterstützt, Arbeitsplätze sichert und den Wohlstand fördert.

